Veranstaltungen

 

  • Do
    17
    Jun
    2021
    Fr
    18
    Jun
    2021

    Tagung
    Salzburger Inszenierungen. Vom Werden einer Musikstadt

    Kleines Studio der Universität Mozarteum Salzburg

    eine Tagung des Arbeitsschwerpunktes Salzburger Musikgeschichte am Department für Musikwissenschaft der Universität Mozarteum Salzburg unter Verantwortung von Sigrid Brandt (Paris Lodron Universität Salzburg) und Thomas Hochradner (Universität Mozarteum Salzburg)

    Nähere Informationen zur Abhaltung in Präsenz siehe unten.

     

    Salzburger Inszenierungen. Vom Werden einer Musikstadt
     
    Barockes Festspiel brachte musiktheatralisches Flair nach Salzburg. In der Residenz, im Steintheater des Hellbrunner Schlossparks, in der Kleinen und Großen Aula der Salzburger Benediktineruniversität gelangten Pastoralen, Opern, Komödien und Schauspiele mit Musik auf die Bühne. Auch wenn dem Fürsterzbischof eine Zurückhaltung in weltlichen Freuden auferlegt war und sich manche Amtsinhaber mehr als andere daran hielten, blühte auf, was mit geistlichen Spielen im Mittelalter begonnen hatte. Dass sehr wahrscheinlich Salzburg zum Ort der ersten Aufführung des monteverdischen L’Orfeo nördlich der Alpen wurde, zeugt von seiner vorübergehenden Bedeutung als kulturelle Schaltstelle zu Beginn der frühen Neuzeit. Gelegentlich lebte sie wieder auf, je nach den Vorlieben des geistlichen Landesherrn. In den 1770er Jahren ließ Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo das beliebte Ballhaus am heutigen Makartplatz adaptieren und ein Fürsterzbischöfliches Hoftheater errichten, das, in den Besitz der Stadt gelangt, zu Beginn der 1890er Jahre abgerissen und durch den nun Salzburger Stadttheater genannten Bau nach Entwürfen von Fellner und Hellmer ersetzt wurde. Bald darauf erschlossen sich der Bühnenkunst weitere Räume: Mit den 1920 gegründeten Salzburger Festspielen wurde nicht nur die Idee eines über Jahrzehnte diskutierten regelmäßigen Musik-Festivals realisiert, auch die Aufführungsorte und mit ihnen die Formen der Inszenierung erfuhren eine bis dahin ungekannte Vervielfältigung.
    Die Tagung möchte mit der Konzentration auf die Aufführung von Singspielen, Opern, Musiktheater und Ballett einen Beitrag zur Geschichte der Inszenierung seit dem beginnenden 17. Jahrhundert leisten und in einem interdisziplinär verschränkten Ansatz aus musik- und theaterwissenschaftlicher sowie kunst- und architekturhistorischer Perspektive Fragen für zukünftige Forschungen im Kontext der Salzburger Geschichte entwickeln. Dabei sollen Aspekte der Inszenierung und Regie, der musikalischen Aufführungspraxis, des Bühnenbildes und der Bühnenarchitektur zur Sprache kommen und Tendenzen auch der Ausführung des Bühnenkostüms eingeschlossen werden. Das Thema eignet sich besonders, nach Strukturen einerseits der Produktion, andererseits der Rezeption von visuellen Gestaltungen eines szenischen Raumes in Wechselwirkung mit entstehender Übersummativität durch Musik zu fragen, die Idee eines Gesamtkunstwerkes über sowohl gesellschaftlich als auch kunsttheoretisch differenzierte Epochen hin zu analysieren. Ziel soll u. a. sein, sich die verschiedenen Effekte, Wirkungen und künstlerisch-ästhetischen Konsequenzen von illustrierender Dekoration und Bebilderung einerseits bis hin zur offenen Rauminstallation andererseits, die performativ genutzt werden kann und auf diese Weise eine weitere Dimension der Inszenierung – die der Variabilität in einem Entwurf – wortwörtlich ins Spiel bringt, bewusst zu machen. Das beinhaltet auch die Vorstellung und Diskussion aktueller Inszenierungen des Musiktheaters in Salzburg, die vor dem Hintergrund der historischen Analysen zu ihren Intentionen befragt werden können.
     
    Informationen zu Zugänglichkeit und Ablauf
     
    Die Tagung wird – die angekündigten Öffnungen vorausgesetzt – grundsätzlich in Präsenz stattfinden!
    Sollte Publikumsbesuch möglich werden, werden Zählkarten ausgegeben.
     
    Zugleich wird die Veranstaltung durch ein Streaming übertragen und über ein Zoom-Meeting für alle (Vortragende wie Publikum) zugänglich gemacht, die nicht ins Kleine Studio kommen können.
     
    Sie können ab jetzt bei Frau Stefanie Hiesel (stefanie.hiesel@moz.ac.at) Ihr Interesse an Zählkarten deponieren – falls wir sie vergeben dürfen, wird es in der Reihenfolge der Rückmeldungen geschehen. Für folgende Tagungsteile könnten Sie eingetragen werden:
    • zur Tagung am 17. Juni (9 bis 18 Uhr)
    • zur Konzertstunde am 17. Juni (20 bis 21.30 Uhr) zur Feier des zehnjährigen Bestehens des Arbeitsschwerpunktes Salzburger Musikgeschichte
    • zur Tagung am 18. Juni (9.15 bis 16 Uhr)
    Falls Zugänglichkeit erlaubt wird, muss vermutlich ein negativer Covid-Test nicht älter als 48 Stunden vorgelegt werden.
     
    Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns auf dem schwierigen Weg zu einer der ersten Veranstaltungen begleiten, die auch wieder physische Nähe, direkten Kontakt mit einbegreift!
     
    Mit herzlichen Grüßen!
    Thomas Hochradner für das Team des Arbeitsschwerpunktes Salzburger Musikgeschichte
     
     
     
    Orpheus und Eurydike 1948, Elisabeth Höngen - Maria Cebotari - Sena Jurinac; ASF, Foto Ellinger